23.01.2013

Wer war Rochus Spiecker?

Rochus Spiecker ...

Rochus Spiecker

Zur Stammesgründung in Weilburg wurde eine Ausschreibung durchgeführt, welchen Namen der Stamm bekommen sollte. Rochus Spiecker hatte da die Nase vorn. Deshalb tragen wir auf unserem Stammesabzeichen ein Bild von Ihm. Doch wer war Rochus Spiecker?

Rochus Spiecker wurde 1952 Bundeskaplan für die Pfadfinderstufe. Ein Jahr später legte er, damals 31 Jahre alt, sein Pfadfinderversprechen ab. Er kam in einer Phase des Aufbaus zur DPSG, es waren erst 6 Jahre seit dem „Wiederbeginn“ nach dem 2. Weltkrieg vergangen, und er arbeitete maßgeblich am Aufbau des Verbandes mit ? besonders am Konzept der Gruppenleiterausbildung war er wesentlich beteiligt.

Er war oft auf Pfadfinderlagern anzutreffen, auf die er mit seinem Motorrad kam. Die Jungen (damals stand der Verband nur Jungen offen) waren fasziniert durch seine Art. Rochus Spiecker war überzeugt:“ Nur wer die Jugend liebt, und liebt, was diese Jugend liebt, kann auch erfolgreich mahnen und warnen. Aus seinem Glauben heraus war er Vorbild für viele ? er lebte nach dem Motto „Glaube muss nicht gepredigt, sondern gelebt werden“. Er war wohl auch der erste Priester, der die heilige Messe in Kluft zelebrierte.

Rochus Spiecker war auch ein Meister des Wortes: In seinen Predigten, Artikel für die Bundeszeitschriften und Büchern reflektierte er in seiner ausdruckstarken Sprache die Erlebniswelt der Pfadfinder. Hervorzuheben ist sein Buch zur Idee des Pfadfindertums „Der Ungeheure und das Abenteuer“.

1958 gab Rochus Spiecker sein Amt bei den Pfadfindern auf, da er neue Aufgaben übernahm. In der Folgezeit war er öfters im Rundfunk zu hören, er produzierte Hörspiele und lies auch seine Reden zur Fastnacht aus der „Bütt“ erschallen. Ihm wurde dafür der „Orden wider dem tierischen Ernst“ überreicht ? als erster Priester??

Rochus Spiecker erkrankte 1965. Wissend, wie es um ihn stand, stellte er sich seiner Krankheit; nannte seinem Tumor „Susi“ und arbeitete weiter - sein Krankenhauszimmer verwandelte er in ein Arbeitszimmer. Er starb 1968, nach fast 3 jähriger Krankheit. Bei seiner Beerdigung wurde, nach seinem Wunsch als letzter Gruß das Pfadfinderlied "Nehmt Abschied, Brüder" gespielt.

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